Verwaltungsgemeinschaft Hirschau – Schnaittenach – Rede im Stadtrat am 19. März 2025

Wer für meinen Antrag stimmt, wird seine Seele sicherlich nicht verkaufen. Ich selbst habe in Schnaittenbach meinen Arzt, meine Zahnärztin/meinen Zahnarzt, war vor langer Zeit Sänger im Kirchenchor, gehe oft am Freitagabend zum Nagler, kenne das einzige Schnaittenabcher Mitglied meiner Partei, kaufte dort meine Auto, ließ dort meinen Balkon schmieden, meine Mutter lebte im Evergreen und meine Söhne spielten in einer „Jugendspielgemeinschaft Hirschau Schnaittenbach“ Fußball; ich schaue immer wieder mal den Skatspechten im Kellerhäusl gern über die Schulter und kaufe meine Gewürze beim Biller. Auch meine ältesten Freunde leben dort. Es gibt also eine Normalität zwischen Hirschau und Schnaittenbach. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der diese Normalität pflegt.

Und diesen Weg der Normalität möchte ich weitergehen, indem ich vorschlage, dass wir die Verwaltungen dieser Kleinststädte zu einer einzigen zusammenführen. Neben den allgemeinen Argumenten für so eine Verwaltungsgemeinschaft wie Effizienzsteigerung, Stärkung der Zusammenarbeit, Ressourcenschonung und besserer Planung gibt es noch das Wichtigste: die Kosteneinsparung.

Die vielen Maßnahmen, mit denen wir die Löcher im Hirschauer Haushalt stopfen, haben erst einmal die Funktion, die aktuelle Krise zu meistern und über das Jahr zu kommen. Es wird aber im nächsten Jahr mit dem Haushalt nicht viel besser aussehen. Aber dann sind die Grundstücke erkauft; vielleicht sind ja auch das Freibad am Monte und die Schule in Ehenfeld geschlossen. Und dann geht der Zirkus wieder von vorne los, jetzt aber ohne das Tafelsilber, das wir in diesem Jahr verhökern.

Die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft würde jedoch mittelfristig dazu führen, dass die Verwaltungskosten – also unsere höchsten durchlaufenden Ausgaben – mittelfristig sinken, indem Personal gespart, Material billiger eingekauft und möglicherweise so auch Gelder frei werden, mit denen man bei einer Neuausrichtung die Digitalisierung der Verwaltung vorantreibt, was wiederum dazu führen könnte, die Verwaltung weiter zu verschlanken und effektiver aufzustellen.

Wenn wir also unsere Finanzen in den Griff bekommen wollen, brauchen wir beides: das kurzfristige Löcher Stopfen und nachhaltige Maßnahmen wie die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft. (Weitere Maßnahmen werde ich in den nächsten Sitzungen noch vorstellen)

Es ist mir klar, dass wir heute nur klären können, ob wir in diese Richtung weiterdenken wollen. Wir können höchstens unseren Bürgermeister Hermann Falk beauftragen, unseren Wunsch nach Schnaittenbach zu tragen. Sollten sich meine Schätzungen als falsch herausstellen oder Schnaittenbach „Nein“ sagen, können wir die Sache sowieso vergessen.

Wenn wir aber die „Task Force Hirschau“ einrichten, sollten die Mitglieder wissen, in welche Richtung die Reise geht. Und die Aussicht auf eine Verwaltungsgemeinschaft würde viele Türen öffnen.

Hinweise: Wir sind jetzt schon von vielen Verwaltungsgemeinschaften umgeben:

  • Weiherhammer, Kohlberg, Etzenricht
  • Hahnbach – Gebenbach
  • Neukirchen – Etzelwang – Weigendorf
  • Königstein – Hirschbach
  • Illschwang – Birgland

 

Schaut man sich die Liste der Verwaltungsgemeinschaften in Bayern an wird man feststellen, dass die oben genannten Gemeinschaften eher zu den kleinen gehören.

 

Fazit: Lass es uns versuchen. Wir können eigentlich nicht verlieren, nur viel gewinnen.

 

Christian Feja; Stadtrat von Hirschau (Bündnis90/die Grünen)

 

(Es gilt das gesprochene Wort)

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